FUSS e.V. Stuttgart laufd nai – am Mittwoch, den 26.07.2017, 19.30 Uhr

Letztes Treffen vor der Sommerpause

Und weil es das ist, wird dieses Treffen ein bisschen anders als die anderen:

Wir treffen uns wie gehabt um 19.30 Uhr hier:

Wo: im Gemeindehaus der Ev. Friedensgemeinde, Schubartstraße 14, 70190 Stuttgart

Der Weg dahin

Wenn alle da sind – wir warten maximal 10 Minuten – werden wir uns zu Fuß über die Kreuzung Gebhard-Müller-„Platz“  „durchschlagen“ mit Zielrichtung Palast der Republik.

 

Gebhard-Müller-"Platz"

Wir werden die Gelegenheit  zur ausführlichen Dokumentation der dortigen Querungsmöglichkeiten – oder eben der nicht vorhandenen Querungsmöglichkeiten – für Zu-Fuß-Gehende aller Art nutzen.

Am Palast der Republik angekommen werden wir das Treffen ausklingen lassen.

Wir freuen uns über alle, die uns begleiten wollen!

Kontakt zur Gruppe: stuttgart(at)fuss-ev.de

Hier gehts zu FUSS e.V. Deutschland

Vom Eugensplatz über den Schlossplatz zum Lindenmuseum

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Der Eugensplatz mit verstecktem Galateabrunnen

Eugensplatz – Lindenmuseum: 2,14 km in 25 Minuten

Zwischenetappe Schlossplatz:  1,1 km in 9 Minuten

Ich glaube vielen Nicht-Zu-Fuß-Gehenden ist überhaupt nicht bewusst, dass die Wege in Stuttgart oftmals nicht so weit sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Gerade die Stäffele tragen da einen großen Teil dazu bei. Leider fehlt an den meisten eine Beschilderung zu den unterschiedlichsten Zielen mit Entfernungsangaben.

Ich will heute vom Eugensplatz, da Galateabrunnen zum Lindenmuseum, zu Fuß natürlich, und hab mal auf die Zeit und die genaue Entfernung geachtet. Los gehts:

 

 

 

Rechts und links des Galateabrunnens führen Wege zur Eugensstaffel unterhalb des Brunnens:

 

 

 

Die Eugensstaffel von oben
Die Eugensstaffel

Blick zurück zum Brunnen hoch:

Blick zurück auf den Galateabrunnen hoch

Unten angekommen kreuze ich die Werastraße und gehe die Treppen, die zur Moserstraße führen:

 

 

 

 

 

Am roten Auto links vorbei gehts weiter zu den nächsten Treppen, die zur Urbanstraße runterführen:

Treppen zur Urbanstraße runter

Über die Urbanstraße rüber – dieses mal ohne Zebrastreifen – weiter geradeaus Richtung Oper:

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Leider ist hier die B 14 im Weg. Zu-Fuß-Gehende müssen in den Untergrund, um auf die andere Seite zu gelangen. Schön ist anders – ein oberirdischer Übergang wäre an dieser Stelle eine wirkliche Bereicherung!

 

 

Wieder im Tageslicht angekommen, zwischen Landtag und Oper, vor mir der Eckensee:

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Jetzt nach links halten, der Schlossplatz ist gleich erreicht:

 

 

Links neben dem Württembergischen Kunstverein, Blick Richtung Bolzstraße:

Blick Richtung Bolzstraße

Blick auf Uhr und Schrittzähler: 1,1 Kilometer in 9 Minuten inklusive Photos machen, klar ging alles abwärts, der Weg zurück dauert immer einen Tick länger :-).

So, ich will ja aber weiter, zum Lindenmuseum, daher weiter in der Bolzstraße Richtung Haltestelle Börsenplatz:

 

 

 

Oben-Bleiber gehen aber lieber am Palast der Republik über die B 27:

 

 

Vor dem Palast der Republik aber noch schnell: ein Blick nach rechts in die Lautenschlagerstraße zeigt, das die recht gelungen ist – keine bzw. kaum Parkplätze – ein bisschen viel Poller, aber das geht wohl nicht anders, sonst parken da ruckzuck welche:

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So, ich bin jetzt über die B 27 drüber und quere den Börsenplatz Richtung Uni und Stadtgarten:

 

 

Hier gehts durch:

Durchgang Börsenplatz zur Schellingstraße

und da kommt man raus:

Vorm Stadtgarten / Uni Stuttgart

Über die Schellingstraße rüber und rein in den Stadtgarten, dabei schräg links halten:

 

 

Auf Höhe des Taubenhauses links halten:

 

 

Hier gehts zum Lindenmuseum:

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Rechts um die Ecke:

Kreuzung vorm Lindenmuseum

„Nur“ noch über die Kreuzung, ich bin da:

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Auf der ganzen Strecke – nicht mal auf den letzten Metern wenigstens im Stadtgarten: kein einziger Wegweiser zum Lindenmuseum. Oder zu sonst irgendeiner Sehenswürdigkeit.

Einzig ein Schild zum Katharinenhospital nebenan war im Stadtgarten zu sehen. Immerhin. Na ja.

Blick auf die Uhr und den Schrittzähler: 2,14 Kilometer in 25 Minuten.

Mit dem Bus – Linie 42 – hätte ich 24 Minuten gebraucht, der fährt allerdings auch mit der Kirche ums Dorf.

Mit Bahn und Umsteigen in den Bus über Hauptbahnhof hätte ich 13 Minuten gebraucht, wenn kein Stau unterwegs. Und je nachdem, wie die Anschlüsse sind, auch ein bisschen länger – eine verpasste Bahn verlängert das Ganze gleich um 10 Minuten.

Mit dem Auto laut Routenplaner 11 Minuten, da ist dann aber die Parkplatzsuche nicht mit drin und Staus gibt es beim Routenplaner nicht.

Per Rad? Das müsste ich noch ausprobieren.

Fazit: Man braucht zu Fuß nur unwesentlich länger als mit anderen Verkehrsmitteln, wenn überhaupt. Dafür ist der Weg meist wirklich sehr schön. Man sieht eine Menge von Stuttgart, ist viel im Grünen unterwegs und kann hier und da verweilen, wenn man will.

 

Motorräder, die StVO und das Parken auf Gehwegen

Motorräder, Mofas, Roller etc. sind Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung danach besteht zum Schutz der Gehwegbenutzer ein Verbot des Gehwegparkens. 

Die Straßenverkehrordnung enthält mystischerweise zwar keinen expliziten Paragraphen à la „Das Parken auf Gehwegen ist verboten“, aber indirekt ist es da, das Verbot:

§ 12 (4) StVO : „Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen…“ Also nicht die Gehwege

§ 12 (4a) StVO: „Ist das Parken auf dem Gehweg erlaubt, so ist hierzu nur der rechte Gehweg, in Einbahnstraßen der rechte oder linke Gehweg zu benutzen.“ Also ist es generell auf Gehwegen verboten

§ 2 (1) StVO: „Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen,…“ nicht die Gehwege

(Quelle: StVO )

Ausnahmen sind durch das Zeichen 315 oder durch Parkflächenmarkierungen gekennzeichnet.

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Langer Vor-Rede kurzer Sinn: ist nichts anderes ausgewiesen, darf NICHT auf dem Gehweg geparkt werden. Korrekterweise werden Motorräder so geparkt:

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korrekt nach StVO geparkt

oder so

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auch korrekt geparkte

Mitmenschen, die ihre Zweiräder wie oben gezeigt abstellen, sind meiner Erfahrung nach absolute Ausnahmen, die Realität sieht so aus:

oder so

oder so

 

Kommen dann noch illegal auf dem Gehweg geparkte PKWs hinzu, wirds richtig eng:

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Oft gibt es ausgewiesene Parkflächen für motorisierte Zweiräder, die eskalieren, ohne, dass es das Ordnungsamt oder gar die Polizei interessieren würden:

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Im Vordergrund legale Parkfläche – im Hintergrund der Wildwuchs
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Wilder Parkplatz in Lauflinie für Fußgänger

Wenn der/die Zu-Fuß-Gehende  Pech hat gesellen, sich auch hier zu den illegal geparkten Zweirädern illegal geparkte PKW:

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Hinter dem schwarzen PKW verbirgt sich der Gehweg, der auch noch durch Querparken eingeengt ist:

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Das Ordnungsamt verfährt auch bei diesem Thema nach dem Motto: wenn sich die oft massiv behinderten FußgängerInnen, RollstuhlfahrerInnen, Menschen mit Kinderwagen, Gepäck etc., nicht massenhaft beschweren, werden sämtliche Augen zugedrückt. Aber wer kann und will sich schon ständig beschweren müssen? Das ist nervenaufreibend, kostet Zeit, und beliebt macht man sich damit auch nicht.

Daher fordert FUSS e.V. zurecht die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung – eigentlich selbstverständlich sollte man meinen.

Der Fußgänger in El Alto, Bolivien, ist gelenkig und hat Sitzfleisch

El Alto

Gastbeitrag von Rita Krattenmacher, aus Bolivien

El Alto (span.: die Höhe) in Bolivien ist eine junge Stadt. 4000 ü.M. auf dem Altiplano breitet sie sich flach wie Pfannkuchen aus, in weiter Ferne Berge, die sich nochmals 1000 Meter in die Höhe schieben.

Überwiegend ist diese Stadt reisbrettartig in Quadrate aufgeteilt, mit Kreisverkehren, großzügig angelegten Spielplätzen und parkähnlichen Fußgängerstreifen in der Mitte der mehrspurigen Hauptverbindungsstraßen, erreichbar über breite Bremsschweller, die als Querungshilfen dienen.

Grünstreifen zwischen Fahrspuren Typ 1
Grünstreifen zwischen Fahrspuren
Grünstreifen zwischen Fahrspuren Ty 2
Grünstreifen zwischen Fahrspuren

 

Bremsschweller finden sich auch vor den Einfahrten zu Kreisverkehren und Vorfahrtsstraßen, vor den Schulen und massenhaft in den Straßen der Wohnviertel. Keine Tempo 30-Schilder, keine Vorfahrt-Beachten-Schilder, keine Achtung-Schulkinder-Queren-Schilder. Die ganze Stadt ist frei von jeglicher Verkehrsbeschilderung!! Die Bremsschweller an den entsprechenden Stellen regeln den Verkehr ohne Kontrolle.

wird noch gestaltet
Straße mit Bremsschweller

 

Gelegentlich gibt es Zebrastreifen, deren Sinn weniger bekannt ist. Noch zeigt das Programm MamaZebra, bei dem Voluntarier aller Herren Länder in Zebrakostümen vor Ort Verkehrserziehung betreiben, keine Auswirkungen.

MamaZebra-Verkehrserziehung in ElAlto
MamaZebra-Verkehrserziehung in El Alto

Einzigartig dürfte auch der Zebrastreifen sein, der nur bis zur Hälfte der Straße angebracht ist.

Fußgängerampeln gibt es in El Alto keine. Der Fußgänger an dicht befahrenen Straßen nutzt zeitgleich mit dem KFZ dessen Kreuzungsampeln oder quert geschickt zwischen dem stauendem Verkehr.

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Die Stadt wird von zwei auf die Autobahn führenden Schnellstraßen durchzogen. Hier gibt es zur Überquerung zweistöckige Fußgängerbrücken, deren Benutzung sportlich ist.

Hauptverkehrsstraße
Hauptverkehrsstraße
Fußgängerbrücke (2)
Fußgängerbrücke
Fußgängerbrücke
Fußgängerbrücke

 

Nicht wenige Fußgänger queren die Schnellstraße ebenerdig, wobei der Sport im Überklettern der hüfthohen Mauer besteht, die die gegenläufigen Fahrspuren trennt. An besonders frequentierten Stellen haben Anwohner das Betonmäuerchen zum leichteren überklettern durchbrochen.

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Der Verkehr auf den Schnellstraßen ist überschaubar, dass die Querung trotzdem nicht jedem gelingt, bezeugen die Kreuze am Straßenrand.

Dank tausender kleiner Läden alle 10 m ist die fußläufige Versorgung des täglichen Bedarfs gesichert. Kleidung, Schuhe, Geschirr, Kosmetik, Gemüse und Obst gibt es auf den vielen Märkten mehrmals pro Woche in allen Vierteln.

Individualverkehr gibt es kaum und autoleer scheinen die Straßen der Wohnviertel. Nur an den Hauptkontenpunkten gibt es Gedränge. Hier stauen sich die Massen von Minibussen und Taxen, die jedes noch so entfernteste Viertel und Dorf anfahren.

Im Übrigen gibt es einen jährlichen TÜV!

Die Minibusse halten, wo der einsteigewillige Fußgänger ihnen zuwinkt und wo der Fahrgast wünscht auszusteigen. Ein Paradies für Gehfaule. Auch kurze Strecken werden bevorzugt im Bus zurück gelegt. Die Busse haben ausklappbare Sitze und Platz für 12 Personen. Möchte ein hinten sitzender Fahrgast aussteigen, so müssen alle vor ihm Platz machen und anschließend wieder in den Bus krabbeln. Eine Prozedur, die auch mal alle paar Meter wiederholt wird, nach dem Motto: „lieber Krabbeln als Gehen.“ Auch die Frauen mit ihren vollgepackten Tragetüchern sind darin sehr geübt. Den wenigen gebrechlichen Personen, die sich in die Minibusse wagen, wird geduldig von den anderen Fahrgästen geholfen.

Viele Schulen werden ebenfalls von Minibussen bedient, und spielende Kinder sind auf der Straße kaum zu sichten. Dabei sind die Wohnstraßen wenig befahren und sichtbehindernde parkende Autos fehlen fast gänzlich. Hier heißt die berechtigte Angst der Eltern „Entführung“, und Kinder werden lange begleitet.

Keine Straße ohne Gehweg. Die anliegenden Hausbesitzer sind nach Gutdünken für den Gehweg verantwortlich. So wechselt dessen Beschaffenheit von blanker Erde zu schönen Pflasterungen oder einfachem Asphalt. Als Abgrenzung zur Straße ist so mancher Bordstein ungewohnt hoch. Gehwegparken daher schwierig. Von großem Nutzen sind die hohen Bordsteinkanten in der Regenzeit, wenn sich die Wassermassen wegen fehlender Kanalisation zu Seen und Bächen entlang der Straßen finden und der Fußgänger zum Weitspringer oder Schwimmer werden muss um auf die andere Straßenseite zu gelangen. Schön anzusehen ist dabei die männliche Jugend, die die Gunst der Stunde nutzend die Liebste auf Händen tragen.

Bei Bedarf dient der Gehweg (genauso wie Teile der Straße) zur Lagerung für Baumaterial und natürlich nutzen ihn die Geschäfte für ihre Auslagen, und die ärmeren der Marktfrauen breiten auf dem Boden sitzend entlang der Hauswände ihre Waren aus. Mit Gehwegradlern ist hier nicht zu rechnen.

Gehwegnutzung (2)
Gehwegnutzung
Gehwegnutzung
Gehwegnutzung

Resüme:

Der fußgesunde, geistig fitte Gehende kann sich in El Alto wohl fühlen. Ist der Gehweg besetzt, so weicht er auf die wenig befahrene, nicht zugeparkte Straße aus. Bei den Verkehrsknotenpunkten schlängelt er sich zwischen den stauenden Fahrzeugen nach belieben durch. Auf die wenigen gebrechlichen Personen im Straßenraum wird von den überwiegend aus Berufsfahrern bestehenden Automobilisten Rücksicht genommen und ein mitten auf der Straße sich sonnender Hund wird geduldig umfahren. Ein Shared Space der funktioniert, weil genügend Platz zum Ausweichen vorhanden ist, weil die Straßen nicht für Schnellfahrer ausgelegt sind und weil Radler, Kinder und Gehbehinderte in größerer Zahl, fehlen. Wer Entfernungen von heran rollenden Fahrzeugen schlecht einschätzen kann (Kinder), auf Gehstock oder Rollstuhl angewiesen ist, der hat es auch hier nicht leicht.

Dass die Stadt bei ihrer Planung Fußgänger und Anwohner im Blick hat, davon zeugen die Bremsschweller und die regelmäßigen, großzügig angelegten Plätze für Fußgänger.

Straßensperrungen für die zahlreich statt findenden Tanzumzüge, nachbarschaftliche „Hocketsen“, Schulfeste und die regelmäßigen Wochenmärkte sind hier Selbstverständlichkeit. Gelassen nehmen es die Autofahrer hin.

Hocketse
Hocketse, wie der Schwabe sagt, oder: gemütliches Beieinandersitzen
Straßenumzug
Straßenumzug

Absolut fortschrittlich ist der nationale Tag des Fußgängers, bei dem ganz Bolivien autofrei ist !

 

Wie geht’s eigentlich den FußgängerInnen in der Fahrradstadt Kopenhagen?

Das hab ich mich schon oft gefragt. FUSS e.V. Deutschland  offenbar auch, denn in der aktuellen Ausgabe von mobilogisch!, der Verbandszeitschrift von FUSS e.V., finde ich ein Interview mit einem Vertreter des dänischen Fußgängerverbands Dansk Fodgænger Forbund.

FUSS e.V. hat mir genehmigt, das Interview hier wiederzugeben. Ein großes „Danke schön!“ dafür!

Also, los gehts:

 

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RadfahrerInnen in Kopenhagen, Wikipedia

Interview mit dem Kopenhagener Fußverkehrsverband

„Fußgänger müssen warten, warten, warten…“

Städte oder Länder gehen oft nicht mit integrierter Verkehrsplanung vor, auch wenn sie eine Ver­kehrs­art des Umweltverbunds fördern wollen. Wir unterhielten uns mit Hans Erik Hansen von der Kopenhagener Sektion der dänischen Fußgängervereinigung Dansk Fodgænger Forbund über seine Erfahrungen in der Fahrradhauptstadt.

? Jeder kennt Kopenhagen, die Stadt mit dem wohl weltweit größten Fahrradverkehr. Wir fragen uns, ob Fußgänger durch den starken Fahrradverkehr behindert werden.

! Ja, Kopenhagen ist weltberühmt für seinen Fahrradverkehr. Aber der Fahrradverkehr verursacht Behinderungen für Fußgänger und auch für Autofahrer, und diese Nachteile werden nicht besonders gut kommuniziert.

Den Fußgängern wurde wenig Aufmerksamkeit geschenkt als man den Fahrradverkehr vorantrieb. Aber nach einem Treffen im letzten Jahr mit unserer Organisation hat die Bürgermeister für Umwelt und technische Infrastruktur von Kopenhagen beschlossen, den Fußgängern und ihrer Sicherheit mehr Bedeutung beizumessen.

? Ich kann mir vorstellen, dass Fahrradstraßen und Fahrradparkplätze viel Raum im öffentlichen Bereich einnehmen. Manchmal sind Gehwege nicht breit genug. Werden Fußgänger von fahrenden und parkenden Rädern beiseite gedrängt?

! Wir haben viele Probleme mit Fahrrädern auf den Gehwegen und auf Fußgängerüberwegen. Auf den Gehwegen laufen Fußgänger zwischen fahrenden und parkenden Rädern umher – auch in Fußgängerzonen und Fußgängerstraßen. Besonders für ältere Menschen ist das ein Problem und in manchen Gegenden sieht man jetzt schon weniger Fußgänger als früher. Auch elektrische Cityräder sind ein Problem, weil besonders Touristen damit nicht richtig umgehen können und Gehwege und auch Fahrradstraßen unsicher machen.

? Radwege in Kopenhagen sind auf dem selben Höhen-Level wie die Fahrbahnen für Autos durchgezogen. Das bedeutet, sie sind am/ „auf“ dem Gehweg aber auf der selben Höhe wie die Straßen. Es scheint so, als ob Fußgänger über zwei Bordsteine laufen müssen bevor sie zum eigentlichen Bordstein gelangen.

! Ja, der Fußgänger muss erst über die Fahrradwegbordsteine laufen und dann über den am Fahrbahnrand.

? Wie ist es mit den geschützten Radfahrstreifen („protected bike lanes“), die durch Begrenzungen wie Poller oder Schwellen zur Fahrbahnseite geschützt sind. Macht das dem Fußgänger das Überqueren der Straße schwerer?

! Das hat zur Folge, dass der Fußgänger zum nächsten Überweg laufen muss, der dann bis zu 500 m weit weg sein kann.

? Welche Folgen haben Radschnellwege neben oder auf dem Gehweg für das Queren der Straße für Fußgänger?

! Fußgänger müssen warten…warten…warten oder zur nächsten Ampel laufen.

? Es gibt so viele Maßnahmen für sicheres und komfortables Radfahren, welche Maßnahmen plant die Stadt Kopenhagen für das sichere und komfortable Gehen der Fußgänger?

! Bisher nicht sehr viele, aber nach unserem Treffen haben sich drei Prioritäten herausgebildet: 1. öffentlicher Nahverkehr, 2. Fahrräder, 3. Fußgänger. Diese Initiative will dazu beitragen, die Sicherheit und Akzeptanz der Fußgänger in Kopenhagen zu verbessern. Das Hauptproblem ist die ungenügende Kontrolle durch die Polizei, um die Radfahrer zu mehr Rücksichtnahme zu bewegen um Unfälle zu verhindern.

mobilogisch, Ausgabe Mai 2017, Seite 7

Die Erkenntnis: wer vorbildlich den Radverkehr fördert, schafft damit nicht automatisch gute Voraussetzungen für Zu Fuß Gehende. Beides will gemeinsam gedacht und geplant werden. Und – das ist natürlich DIE Voraussetzung für ein gutes Gelingen: es geht nicht ohne Überwachung des ruhenden, aber auch des fließenden Verkehrs.

Gut, dass bei Stuttgart Laufd Nai – einer Kampagne für die Erweiterung der Stuttgarter Fußgängerzone in der Innenstadt, bei der auch FUSS e.V. Initiator ist – von Anfang an auch die Radverbände mit im Boot sind!

Auch die Stadt Stuttgart hat inzwischen die Bedürfnisse für FußgängerInnen erkannt und entsprechende Konzepte sind im Entstehen.

„Nur“ die Sache mit der Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung, die liegt noch sehr im Argen.

Querparken und Kinder

Ständig gehe ich am kleinen Spielplatz Ecke Schützen-/Werastraße vorbei und erst vor einigen Monaten dämmerte mir: Was für ein Wahnsinn!….zusätzlich zu der Verkleinerung des Gehwegs:

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Rechts ein in den wärmeren Monaten und besonders Abends gut besuchter Spielplatz für ganz Kleine….
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….links die Querparker, die gerne so einparken, dass sie vorwärts wieder rauskommen….

Nicht nur, dass besonders die Rückwärtsein- und -ausparker ihre Abgase den Fußgängern zumuten, nein, ganz besonders betroffen sind nachmittags und am frühen Abend die kleinen Kinder, die hier gerne und viel mit ihrem Eltern den Tag ausklingen lassen.

In etwas abgeschwächter Form – weil der Abstand etwas größer ist – gibts die Situation auch hier:

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Querparken vor der Ostheimer Grundschule – links hinter der Mauer befindet sich der Schulhof der Schule

Der  Gehweg ist nach Schulschluss voll mit Schülern, um diese Zeit ist naturgemäß das Ein- und Ausparken besonders rege.

Es wird  Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, das Querparken  grundsätzlich eine gesundheitliche Zumutung für alle betroffen FußgängerInnen ist – aber da wo es Kinder direkt betrifft, ist es eigentlich….unglaublich!

Photosammlung

Mal wieder Zeit, eine Portion Gemischtes zu veröffentlich. Die Freude am Gehen in der Stadt sinkt proportional mit dem Rundrum-Bedrängstein durch parkende PKW, die einem selbst auf dem Gehweg – also dem Raum, den der/die Fußgängerin nutzen muss und auf dem er/sie sich sicher fühlen sollte – keinen Raum gönnen. Selbst wenn die PKW nicht auf dem Gehweg stehen, lassen sie in Stuttgart keinen Raum für sicheres Queren, schließen Sichtbeziehungen….

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Um die Ecke parken und Zebrastreifen, an dem man garantiert keine Schulkinder sieht – Zebrastreifen ist Teil des „sicheren Schulwegs“, Werastraße/Schubartstraße
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Ecke Wera-/Landhaus-/Friedenstr. , hier parkt selten jemand legal – auch hier veräuft ein „Sicherer Schulweg“

 

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Der Teckplatz, ein rundum geschlossenes System

 

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Teckplatz II
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Ecke Wera-/Schubartstraße, alle stehen auf dem Gehweg
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Um die Ecke gehts weiter – wo kommt eigentlich die blaue Plakette her?
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Immer wieder schön: die Urbanstraße I
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Urbanstraße II
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Hier tun zu den illegalen Gehwegparkern die Schilder des Döner den Rest
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Da geht man doch gerne!

 

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Da fällt einem nicht viel zu ein….der stand nicht mal „nur kurz“ da ….