Fazit Feinstaubalarm

Jetzt dürfen die, die den Feinstaubalarm ignoriert haben, offiziell wieder mit gutem Gewissen die Atemluft der Stuttgarter AnwohnerInnen verpesten.

Ein großes DANKE SCHÖN an die 3 Prozent, die ihren Wagen haben stehen lassen!! Was ich von den anderen 97 Prozent denke, schreiben ich hier besser nicht.

Montag, 18.01.2016 – Fußgänger“glück“pur!

Von der Ecke Friedenstraße / Landhausstraße über die Urbanstraße zur Moserstraße, 900 Meter Fußweg – das pure Vergnügen!

Übliches Zuparken der kleinen Straße, die von der Werastraße in die Friedenstraße abzweigt unter Miteinbeziehung der Verkehrsinsel – hinter der versteckt sich ein Zebrastreifen, wichtig für Grundschüler, die in die Ostheimer Schule gehen. An guten Tagen haben da noch deutlich mehr PKWs Platz. Der 2. Wagen auf der Verkehrsinsel ist schon weg, da war ich zu spät dran….

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Weiter geht es die Landhausstraße runter – Gewehgparken ist einfach schön:

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In der Urbanstraße auf den Urbansplatz zugehend. Mit Kinderwagen, Taschen oder gar Rolli hilft spätestens beim 2. Bild nur noch das Ausweichen auf die Straße:

 

Wir nähern uns dem alsoluten Highlight – dem Urbansplatz. Die junge Frau mit Kinderwagen zeigt wunderbar, wie unmöglich es ist, am Urbansplatz die Urbanstraße in gerader Richtung zu queren.

 

Sämtliche Kurven sind hier komplett zugeparkt, für Fußgänger ist ein Auf-die-andere-Seite-Kommen  – vor allem, wenn man in die Moserstraße möchte – nicht vorgesehen (wer Richtung Innenstadt will, geht von Anfang an besser auf der rechten Seite der Urbanstraße):

 

Hat mans bis hierher geschafft, ohne überfahren zu werden, geht es gewohnt mit Gehwegparken weiter – so macht Zu-Fuß-Gehen wahrhaft Freude!

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Wie gesagt, all das auf 900 Metern!

 

Zu Fuß gehen in Paris

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Immer wenn ich in Paris bin, schau ich mir die Stadt auch ganz bewusst aus der Sicht von FußgängerInnen an:

Die geniale Zebrastreifen-Fußgängerampel-Kombi:

  • ungefähr alle 20 bis 50 Meter gibt es Zebrastreifen – über noch so kleine Sträßchen. An allen Seiten von Kreuzungen sind Zebrastreifen, zu 80 % mit Fußgängerampeln versehen
  • an einer grünen Fußgängerampel halten die Autos bei Rot an, die Fußgänger gehen über die Straße
  • an einer roten Fußgängerampel bleiben die Fußgänger stehen und warten bis die Autos durchgefahren sind
  • wenn keine Autos mehr kommen, gehen die Fußgänger bei Rot über die Fußgängerampel, dann greift die Regelung des Zebrastreifens auf der Fahrbahn – wer in Paris an einer roten Fußgängerampel bei freier Fahrbahn wartet outet sich sofort als Auswärtiger und bildet ein fulminantes Fußgängerverkehrshindernis 😉
  • ist an einer roten Fußgängerampel eine kritische Masse an Fußgängern erreicht – das kann schon bei 2- 4 Personen sein -, wird  im Pulk losgelaufen, auch wenn der Autoverkehr dicht fließt und grün hat. Die Autos halten trotzdem an – es ist also IMMER Vorfahrt für Fußgänger – Ich habe keinen Autofahrer erlebt, der sich aufgeregt hat.

 

Wenn ich daran denke, wie unmöglich es ist, in Stuttgart einen Zebrastreifen vor einen Kindergarten zu bekommen, überkommt mich, milde gesagt, ein gewisser Überdruss an dieser unserer Stadt. Vor einem Gymnasium in Paris waren ungelogen alle 10 Meter Zebrasteifen und Langsamfahrelemente – in einer ganz ruhigen, schmalen Gasse – Parken auf dem Gehweg hier unmöglich:

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Übrigens, Gehwegparken – ein „Konzept“, auf das manch Verwaltungsmensch der Stadt Stuttgart heute noch stolz ist – mein Fußgänger-Dank an dieser Stelle! – gibt es in Paris überhaupt nicht.

Als ich im August 2014 wieder in Paris war, tauchten eines Sonntags diese Schilder in vielen Seitenstraßen auf:

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Von 10.00 bis 19:30 Uhr wurden die Straßen zur autofreien Zone – es war wunderbar, das Gehen in diesen Straßen. Die Stadt Paris hat zu Anfang jedem Schild noch einen Polizisten zur Seite gestellt, damit der das zur Not den Autofahrern erklären kann, mit dem autofrei…Ich bin gespannt, ob das bei meinem nächsten Besuch noch so ist. Oder ob / wie sich das Projekt weiterentwickelt hat.

In Paris geht seit 9 Jahren in großer Geschwindigkeit, was in Stuttgart undenkbar scheint: der Umbau von einer autofreundlichen Stadt zu einer  Stadt, in der alle Verkehrsteilnehmer auf ihre Kosten kommen und dabei das Ziel, die Luftverschmutzung massiv zu senken, konsequent verfolgt wird.

Während Stuttgart mit dem Rosensteintunnel eine Autobahn in die Stadt reinbaut, baut Paris seine Uferschnellstraßen an der Seine zurück, legt schwimmende Gärten am Seine-Ufer an und baut Plätze wie den Place de la Republique fußgängerfreundlich um.

„Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, versteckt auch nicht ihr Ziel den Automobilverkehr in Paris zu verringern und weist auf die notwendige Verbesserung der Luftqualität und Reduzierung des Lärmpegels hin…

Die Opposition kritisiert mit den üblichen Argumenten des drohenden Verkehrschaos die Pläne der Bürgermeisterin. Doch auch wenn die sozialistische Partei riskiert die Pariser Region bei den nächsten Wahlen zu verlieren, sitzt die Bürgermeisterin der Stadt Paris bis jetzt gut im Sattel.“

Im letzten jahr gab es in Paris einen autofreien Sonntag  (27.09.2015), Fahrverbote bei Feinstaubalarm, seit Ende 2015 sind alte  LKWs und Busse in der Stadt verboten.

Vielleicht sollten grüne Oberbürgermeister  – mit einer starken grünen Fraktion im Gemeinderat – und grüne Verkehrsminister hierzulande einfach mal etwas riskieren, und das umsetzen, wofür sie gewählt wurden!?

 

 

Samstag, 16.01.2016 – Erster Feinstaubalarm

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Die Stadt Stuttgart hat für Montag, 18.01.2016 und Dienstag, 19.01.2016 Feinstaubalarm in der Umweltzone ausgelöst:

Stadt löst erstmals Feinstaubalarm aus

Fahrverbote gibts keine – wo kämen  wir da hin? In Stuttart genügt der gute Wille der Autofahrer. Ganz bestimmt. Hoffentlich. Man muss dran glauben. Ganz fest. Dann klappts auch mit der guten Luft zum Atmen.

Damit jeder ganz genau weiß, was er wann zu tun hat, gibts bei der Stadt Stuttgart diese Seite:

Feinstaub-Alarm Stuttgart

Aufregend. Ich freu mich schon auf leere Straßen!

Freitag,15.01.2016 – Kurzes Glück

Ein Hauch von Wien – einen interessanten Artikel zu Wiens Verkehrsplanung gibts hier – auf der kurzen Strecke zwischen Ostendplatz und Leo-Vetter-Bad:

Fahren dürfen Busse und Bahnen, PKWs nur stark eingeschränkt, breite Gehwege. Ein Traum – wobei auch hier ein PKW-Fahrer offenbar meint (links im Bild), „..der Geweg ist doch breit genug, da kann ich mich  draufstellen“….da passiert ihm aber sicher nichts, KnöllchenverteilerInnen sieht man in Stuttgart selten.

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Donnerstag, 14.01.2016

Auf dem Weg von der Ecke Wera-/Landhausstraße runter zum Stöckach, rund um den Stöckach und zurück. Kleine Strecke, alles innerhalb einer Stunde aufgenommen:

Ist der Wagen zu lang – nimm den Gehweg dazu. Die Dame kann ja auf der Straße gehen…

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Laut Straßenverkehrsordnung gehören parkende Motorräder auf die Straße, nicht auf den Gehweg.

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Grundätzlich wird immer alles auf dem Gehweg abgestellt – Baustellenschilder, Mülltonnen, etc. – Warum eigentlich nicht auf der Straße?

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Hinter dem Motorrad, da wo die Ums-Eck-Parker stehen, würde man als Fußgänger gerne gut sichtbar für den Straßenverkehr die Straße queren können…. Ums-Eck-Parken – hab ich mal in der Fahrschule gelernt – ist eigentlich nicht gestattet.

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Zu Fuß gehen in Stuttgart – eine tägliche Herausforderung!

In Stuttgart kommen die Belange der Zu-Fuß-Gehenden zu kurz. Ich meine  Berufs- und Alltagsfußgänger, die meiner Beobachtung nach erfreulicherweise immer mehr werden. Menschen, die ihre täglichen Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, in die Schule, zur Uni etc. zu Fuß bewältigen, die sicher und zügig von A nach B kommen wollen. Die dies tun, weil sie sich bewegen wollen, weil sie kein Auto nutzen wollen, weil sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen, weil man beim Gehen die Gedanken laufen lassen kann,  weil zu Fuß gehen unheimlich Spaß machen kann, weils sogar oft schneller geht, als mit dem Auto – das Thema Parkplatzsuche fällt ja zu Glück weg –  und, und, und …. Das Thema Fahrrad fahren ist in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, das Zu-Fuß-Gehen bisher nicht.

Es gibt seit kurzem das Verkehrsentwicklungskonzept 2030 der Stadt Stuttgart – heißt die Zahl, dass man sich rund 15 Jahre Zeit lassen will für Verbesserungen!? -, in dem auch die Fußgänger ganz prima berücksichtigt werden sollen.

Dabei würde es im ersten Schrittt durchaus genügen, wenn sich alle VerkehrsteilnehmerInnen an die Straßenverkehrsordnung halten würden – und wenn dies von Ordnungshütern und Strafzettelschreibern auch überwacht werden würde, wäre das schon mehr als die halbe Miete. Denn Gewehwege sind selten das ureigene und ausschließliche Terrain der Fußgänger.

Was man als Fußgängerin so auf Gehwegen, an Kreuzungen, an Zebrastreifen, Ampeln um Straßenecken herum so für Hindernisse  überwinden muss, wo man sich am besten nur noch mit Feinstaubmaske bewegt, soll auf dieser Seite dokumentiert werden.

Im Juli 2016 hat sich in Stuttgart eine Regionalgruppe von FUSS e.V. gegründet. Dieser Blog berichtet seither auch über die Treffen und Aktivitäten von FUSS e.V. – Gruppe Stuttgart.