Wem gehört der öffentliche Raum? – Der Schützenplatz

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Es gibt Plätze, da kommen einem die Tränen, wenn man sieht, wozu sie genutzt werden. Der Schützenplatz ist einer von diesen Plätzen.

Der Schützenplatz von oben

Beim Grundriss des Platzes kann man ins Träumen kommen: ein Brunnen in der Mitte mit Bäumen, Bänke drum herum, kleine Gastronomie, eine Bocciabahn und und und.

Und wie wird dieser Platz genutzt? Ausschließlich als Parklatz. Fußgänger, Radfahrer, spielende Kinder, Nachbarn, die sich treffen wollen, sind hier nicht vorgesehen. Egal, von welcher Seite aus man den Platz betritt, ihn überqueren möchte: man rennt in parkenden Autos oder Motorräder:

 

 

Der Platz soll bald umgestaltet werden. Dabei ist es wichtig, drauf zu achten, dass der öffentliche Raum nicht weiterhin nur einem Teil der Bevölkerung zur Verfügung gestellt wird: dem motorisierten Individualverkehr und seinem Parkplatzbedarf.

Erster Feinstaubalarm im Winter 2016/2017…..

…und keinen juckts. Staus den ganzen Tag, wenn irgendjemand das Auto hat stehen lassen, dann bin ich ihm/ihr sehr dankbar – aber: es reicht leider nicht.

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Schön wärs – dennoch, hier gehts zur offiziellen Feinstaubalarm-Seite der Stadt Stuttgart.

Wer glaubt, dass Stickoxide und Feinstaub nur da vorkommen, wo auch gemessen wird, der hat wohl noch nicht begriffen, wie sehr alle Innenstädte Deutschlands betroffen sind. Gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Abgasskandale.

Besonders sehenswert diese Dokumentation Die Story im Ersten: Das Märchen vom sauberen Auto. Da wird mal richtig gemessen, was bei den PKWs hinten rauskommt – mit verheerendem Ergebnissen. Übrigens, wer glaubt, dass IN seinem PKW die Luft sauber ist: Irrtum, IM Wagen ist der Dreck, der über die Klimaanlage / Lüftung / Fenster angesaugt wird. In hoher Konzentration.

Eine weitere sehenswerte Doku zum Thema: Die Story im Ersten: Autoland abgebrannt

Bis in Deutschland und besonders in Stuttgart das E-Mobilität-Zeitalter angebrochen ist, oder sich wenigstens die autofreien Innenstädte durchgesetzt haben, helfen wohl nur Fahrverbote, und das hier:

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Rechtes Seine-Ufer wird Fußgängerpromenade!

Ach, Paris….von einer Bürgermeisterin und einem Gemeinderat, wie Du sie hast, kann man hier nur träumen!

„Das rechte Seine-Ufer im Zentrum von Paris wird künftig alleine Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein. Der Stadtrat der französischen Hauptstadt stimmte am Montag für die dauerhafte Umwandlung der Verkehrsachse in eine Promenade. Seit dem Sommer war die Straße auf der Höhe vom Louvre bis zum Rathaus für Autos und Motorroller bereits provisorisch gesperrt…..“

Rechtes Seine-Ufer wird Fußgängerpromenade

Jo Bauer zum Thema „Luft“ in den oberen und unteren Schichten

Immer wieder wunderbar zu lesen, die Depeschen von Jo Bauer, DEM Stuttgarter Fußgänger schlechthin. Hier der Beginn der 1670. Depesche vom Dienstag, den 30.08.2016:

Luft

„Wir haben nicht viele Möglichkeiten, die heißen Augusttage in dieser Stadt unversehrt zu überleben. Der Stuttgart-Kessel ist noch schlimmer als sonst mit Autoabgasen und dem Dreck einer vorgetäuschten Verkehrspolitik vergiftet. Das devote Umweltgepupse der Grünen, hin und wieder mit der heißen Luft einer Fahrradpumpe angereichert, taugt für eine Schmierenkomödie. Den Drehbuchstoff liefern die Peinlichkeiten bei der Diskussion über ein Fahrverbot in Stuttgart.

Hier gehts zur ganzen Depesche

Alltagsimpressionen auf dem Gehweg

Die folgenden Bilder wurden alle innerhalb eines Tages auf dem Weg zur Arbeit – knapp 1 km – und wieder zurück  – noch mal 1 km – aufgenommen. Wäre es nicht wunderbar, wenn die bereits bestehenden Regeln der Straßenverkehrsordnung eingehalten würden? Aber Polizisten, die solche Verstöße sehr wohl sehen, machen: Nichts.

Und wo die verstärkt laufenden KnöllchenschreiberInnen sein sollen? Ich weiß es nicht.

 

 

Kinderwagen, Rollstuhlfahrer haben einfach mal Pech gehabt….

 

 

 

 

Gründung einer Fuß-e.V.-Gruppe !!

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Es tut sich was! Am 18. Juli 2016 soll in Stuttgart eine Gruppe des Vereins FUSS e.V., dem Fachverband für Fußverkehr Deutschlands gegründet werden.

Zusammen mit der Bürgerinitiative Neckartor laden Stuttgarter FußgängerInnen zum Gründungstreffen ein. Der Einladungstext:

Der FUSS e.V. ist als »Fußgängerschutzverein« mit dem Anliegen gegründet worden, die Stimme der Fußgänger in die öffentliche Diskussion einzubringen. Der Verein hat sich zu einem Fachverband entwickelt, der von Bundesministerien als Lobby in Diskussionsprozesse einbezogen wird.

Da wir von der BI Neckartor die Interessen des Fußgängers in Stuttgart für unterrepräsentiert halten, laden wir Sie herzlich ein zur Gründung einer Stuttgarter Gruppe des Fuß e.V. Deutschland.

Die Gründungsveranstaltung findet statt

am Montag, den 18. Juli 2016 um 19:30 Uhr

im Gemeindehaus der Ev. Friedensgemeinde,

Schubartstraße 14, 70190 Stuttgart

Der Weg dahin

Dr. Ingo Rohlfs wird uns in seiner Begrüßungsrede den FUSS e. V. vorstellen. Er ist Mitglied im erweiterten Bundesvorstand von FUSS e. V. und amtiert als Landessprecher für Baden-Württemberg.

Im Anschluss wollen wir organisatorische Dinge besprechen. Also z. B. überlegen, wie oft und wo wir uns treffen, wer was macht, usw. Wenn dann noch genügend Zeit bleibt, können wir schon Problemfelder benennen, Lösungs­wege skizzieren und Ziele formulieren.

Machen Sie mit, wenn Sie gerne zu Fuß gehen, wenn Sie möchten, dass die Interessen und Bedürfnisse der Fußgängerinnen in unserer Stadt berücksichtigt werden. Sollten Sie zudem in den Bereichen Verkehr, Raumplanung, Umwelt, Pädagogik, Psychologie, Gesundheit, Medien, Rechtsprechung tätig sein, können Sie auch Ihre fachliche Kompetenz einbringen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen zum Gründungstreffen der ersten FUSS e.V.-Gruppe Stuttgart.

Zu Fuß gehen in Paris

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Immer wenn ich in Paris bin, schau ich mir die Stadt auch ganz bewusst aus der Sicht von FußgängerInnen an:

Die geniale Zebrastreifen-Fußgängerampel-Kombi:

  • ungefähr alle 20 bis 50 Meter gibt es Zebrastreifen – über noch so kleine Sträßchen. An allen Seiten von Kreuzungen sind Zebrastreifen, zu 80 % mit Fußgängerampeln versehen
  • an einer grünen Fußgängerampel halten die Autos bei Rot an, die Fußgänger gehen über die Straße
  • an einer roten Fußgängerampel bleiben die Fußgänger stehen und warten bis die Autos durchgefahren sind
  • wenn keine Autos mehr kommen, gehen die Fußgänger bei Rot über die Fußgängerampel, dann greift die Regelung des Zebrastreifens auf der Fahrbahn – wer in Paris an einer roten Fußgängerampel bei freier Fahrbahn wartet outet sich sofort als Auswärtiger und bildet ein fulminantes Fußgängerverkehrshindernis 😉
  • ist an einer roten Fußgängerampel eine kritische Masse an Fußgängern erreicht – das kann schon bei 2- 4 Personen sein -, wird  im Pulk losgelaufen, auch wenn der Autoverkehr dicht fließt und grün hat. Die Autos halten trotzdem an – es ist also IMMER Vorfahrt für Fußgänger – Ich habe keinen Autofahrer erlebt, der sich aufgeregt hat.

 

Wenn ich daran denke, wie unmöglich es ist, in Stuttgart einen Zebrastreifen vor einen Kindergarten zu bekommen, überkommt mich, milde gesagt, ein gewisser Überdruss an dieser unserer Stadt. Vor einem Gymnasium in Paris waren ungelogen alle 10 Meter Zebrasteifen und Langsamfahrelemente – in einer ganz ruhigen, schmalen Gasse – Parken auf dem Gehweg hier unmöglich:

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Übrigens, Gehwegparken – ein „Konzept“, auf das manch Verwaltungsmensch der Stadt Stuttgart heute noch stolz ist – mein Fußgänger-Dank an dieser Stelle! – gibt es in Paris überhaupt nicht.

Als ich im August 2014 wieder in Paris war, tauchten eines Sonntags diese Schilder in vielen Seitenstraßen auf:

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Von 10.00 bis 19:30 Uhr wurden die Straßen zur autofreien Zone – es war wunderbar, das Gehen in diesen Straßen. Die Stadt Paris hat zu Anfang jedem Schild noch einen Polizisten zur Seite gestellt, damit der das zur Not den Autofahrern erklären kann, mit dem autofrei…Ich bin gespannt, ob das bei meinem nächsten Besuch noch so ist. Oder ob / wie sich das Projekt weiterentwickelt hat.

In Paris geht seit 9 Jahren in großer Geschwindigkeit, was in Stuttgart undenkbar scheint: der Umbau von einer autofreundlichen Stadt zu einer  Stadt, in der alle Verkehrsteilnehmer auf ihre Kosten kommen und dabei das Ziel, die Luftverschmutzung massiv zu senken, konsequent verfolgt wird.

Während Stuttgart mit dem Rosensteintunnel eine Autobahn in die Stadt reinbaut, baut Paris seine Uferschnellstraßen an der Seine zurück, legt schwimmende Gärten am Seine-Ufer an und baut Plätze wie den Place de la Republique fußgängerfreundlich um.

„Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, versteckt auch nicht ihr Ziel den Automobilverkehr in Paris zu verringern und weist auf die notwendige Verbesserung der Luftqualität und Reduzierung des Lärmpegels hin…

Die Opposition kritisiert mit den üblichen Argumenten des drohenden Verkehrschaos die Pläne der Bürgermeisterin. Doch auch wenn die sozialistische Partei riskiert die Pariser Region bei den nächsten Wahlen zu verlieren, sitzt die Bürgermeisterin der Stadt Paris bis jetzt gut im Sattel.“

Im letzten jahr gab es in Paris einen autofreien Sonntag  (27.09.2015), Fahrverbote bei Feinstaubalarm, seit Ende 2015 sind alte  LKWs und Busse in der Stadt verboten.

Vielleicht sollten grüne Oberbürgermeister  – mit einer starken grünen Fraktion im Gemeinderat – und grüne Verkehrsminister hierzulande einfach mal etwas riskieren, und das umsetzen, wofür sie gewählt wurden!?

 

 

Freitag,15.01.2016 – Kurzes Glück

Ein Hauch von Wien – einen interessanten Artikel zu Wiens Verkehrsplanung gibts hier – auf der kurzen Strecke zwischen Ostendplatz und Leo-Vetter-Bad:

Fahren dürfen Busse und Bahnen, PKWs nur stark eingeschränkt, breite Gehwege. Ein Traum – wobei auch hier ein PKW-Fahrer offenbar meint (links im Bild), „..der Geweg ist doch breit genug, da kann ich mich  draufstellen“….da passiert ihm aber sicher nichts, KnöllchenverteilerInnen sieht man in Stuttgart selten.

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Donnerstag, 14.01.2016

Auf dem Weg von der Ecke Wera-/Landhausstraße runter zum Stöckach, rund um den Stöckach und zurück. Kleine Strecke, alles innerhalb einer Stunde aufgenommen:

Ist der Wagen zu lang – nimm den Gehweg dazu. Die Dame kann ja auf der Straße gehen…

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Laut Straßenverkehrsordnung gehören parkende Motorräder auf die Straße, nicht auf den Gehweg.

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Grundätzlich wird immer alles auf dem Gehweg abgestellt – Baustellenschilder, Mülltonnen, etc. – Warum eigentlich nicht auf der Straße?

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Hinter dem Motorrad, da wo die Ums-Eck-Parker stehen, würde man als Fußgänger gerne gut sichtbar für den Straßenverkehr die Straße queren können…. Ums-Eck-Parken – hab ich mal in der Fahrschule gelernt – ist eigentlich nicht gestattet.

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Zu Fuß gehen in Stuttgart – eine tägliche Herausforderung!

In Stuttgart kommen die Belange der Zu-Fuß-Gehenden zu kurz. Ich meine  Berufs- und Alltagsfußgänger, die meiner Beobachtung nach erfreulicherweise immer mehr werden. Menschen, die ihre täglichen Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, in die Schule, zur Uni etc. zu Fuß bewältigen, die sicher und zügig von A nach B kommen wollen. Die dies tun, weil sie sich bewegen wollen, weil sie kein Auto nutzen wollen, weil sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen, weil man beim Gehen die Gedanken laufen lassen kann,  weil zu Fuß gehen unheimlich Spaß machen kann, weils sogar oft schneller geht, als mit dem Auto – das Thema Parkplatzsuche fällt ja zu Glück weg –  und, und, und …. Das Thema Fahrrad fahren ist in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, das Zu-Fuß-Gehen bisher nicht.

Es gibt seit kurzem das Verkehrsentwicklungskonzept 2030 der Stadt Stuttgart – heißt die Zahl, dass man sich rund 15 Jahre Zeit lassen will für Verbesserungen!? -, in dem auch die Fußgänger ganz prima berücksichtigt werden sollen.

Dabei würde es im ersten Schrittt durchaus genügen, wenn sich alle VerkehrsteilnehmerInnen an die Straßenverkehrsordnung halten würden – und wenn dies von Ordnungshütern und Strafzettelschreibern auch überwacht werden würde, wäre das schon mehr als die halbe Miete. Denn Gewehwege sind selten das ureigene und ausschließliche Terrain der Fußgänger.

Was man als Fußgängerin so auf Gehwegen, an Kreuzungen, an Zebrastreifen, Ampeln um Straßenecken herum so für Hindernisse  überwinden muss, wo man sich am besten nur noch mit Feinstaubmaske bewegt, soll auf dieser Seite dokumentiert werden.

Im Juli 2016 hat sich in Stuttgart eine Regionalgruppe von FUSS e.V. gegründet. Dieser Blog berichtet seither auch über die Treffen und Aktivitäten von FUSS e.V. – Gruppe Stuttgart.