Baustellenplanung in Stuttgart

Eingerichtet und in Betrieb genommen wurde die Baustelle ohne die in anderen Städten übliche  Vorwarnung über die Medien – Radio, Tageszeitung. Autofahrer und Anwohner, Radler und Fußgänger wurden unvorbereitet aufeinander losgelassen bzw. die schwächeren Verkehrsteilnehmer und Anwohner zur Seite geschoben.

 

 

Worum gehts? Es handelt sich um die Baustelle um das Neckartor herum, in dem Bereich, in dem eine Messstelle seit Jahren überhöhte Feinstaubwerte und Stickoxidwerte misst.

Luftwerte, wegen der die Dieselfahrer jetzt nicht mehr in die Stadt fahren dürfen. Böse Messstelle. Und damit diese Messstelle nicht mehr so böse Werte misst, wird jetzt …… nein, es wird nicht der Verkehr reduziert, es werden keine durchgängige Busspur und eine Radspur, oder breitere bzw. überhaupt Gehwege eingerichtet, nein, was viel tolleres: Es wird ein unerprobter, gesundheitlich umstrittener Asphalt in dem Bereich rund um die Messstelle auftragen, damit nicht mehr so böse Werte gemessen werden. Denn wenn da keine schlechten Werte gemessen werden, dann ist die Luft in Stuttgart wieder gut, dann dürfen wieder alle fahren, wie sie es schon immer getan haben – und der Kaiser ist nackt.

Der Zweck dieser Baustelle – Fahrverbote zu verhindern – zeigt deutlich: Gute Luft zum Atmen und die Gesundheit der BürgerInnen in der Stadt sind Stadt und Land herzlich gleichgültig.

Um diesen Belag gehts:

Ein recht unkritischer Artikel in den Stuttgarter Zeitungen:

Hoffen auf die Wirkung des Hightech-Asphalts

Dafür ein kritischer Bericht des SWR:

Hightech-Straßenbelag soll Stuttgarter Stickoxide fressen

Der Hinweis auf mögliche Krebserregung fehlt nicht, auch nicht der  auf die geringe Wirkung. Die Kritik zur Baustellen Einrichtung durch Radblogerin und der BI Neckartor ist auch eingearbeitet. Danke SWR!

„Wer seine Baustellen so einrichtet, der baut auch nichts Gutes für die Menschen einer Stadt.“

Nun aber zur Baustelleneinrichtung. Um es kurz zu beschreiben:

Sie wurde so eingerichtet, dass der Verkehr fließt. Auch wenn er gar nicht fließen kann, weil er ein Dauerstau ist. Es wurden die ursprünglichen Fußgänger-Ampeln stillgelegt und die Fußgänger weitgehend ohne Hinweise auf abenteuerliche Umwege geschickt oder durch ihr Nichtbeachten eigentlich dazu aufgefordert, sich doch bitte zu verpissen. Sie sind dem Verkehr im Weg.

Der meiste Verkehr der B14 stadtauswärts wird durch die Neckarstraße geführt. Ein Gebiet mit Wohnbevölkerung, Läden, Post, Apotheke. Schwerlastverkehr und Busse nun mitten drin.

Radfahrer und Fußgänger wurden zur Seite geschoben und sind nunmehr den 5. Tag in Folge dazu verdonnert, sich irgendwie durchzuschlagen, wenn sie schon nicht zu Hause bleiben wollen.

Das sieht dann so aus:

 

Die Ampeln sind abgeschaltet, damit kein Auto versehentlich für Fußgänger warten muss. Nicht auszudenken.

Fußgänger, die sich durchschlagen, die Ampeln sind außer Betrieb:

 

 

Anwohnende Kinder mit Tagesfreizeit, die in den Park wollten, denn es sind Ferien:

 

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Radler, die sich durchschlagen:

 

 

Ein Fußgänger, der sich durchschlägt:

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Diese Bilder habe ich innerhalb von 10 Minuten aufgenommen. Diese Situationen gibt unzählige in kurzen Abständen seit Tagen. Denn es ist ein Wohnviertel, das Viertel hinter dem Neckartor und oberhalb der Neckarstraße. Hier sind viele Menschen unterwegs. Zumeist zu Fuß, aber auch mit dem Rad:

 

 

Der Verkehr, der vom Schützenplatz und Kernerplatz kommt, wird hier – durch das Wohngebiet oberhalb der Neckarstraße – durchgeleitet, am Ende in die Neckarstraße eingeführt:

 

 

Seit Tagen sieht es hier so aus, es staut sich links, um die Kurve runter zur Neckarstraße:

 

 

Diejenigen, die an dieser Stelle entnervt und mit Motorengeheul umdrehen, rasen in der Tempo 30-Zone an einem Kindergarten und einer Kita, die zur Friedenskirche gehören, vorbei die Schubartstraße nach oben in  Richtung Werastraße, weil sie denken, da gings dann irgendwie schneller weiter.

Seit Tagen hupt und röhrt es permanent im Viertel, es stinkt, man will wirklich nicht nach draußen gehen.

„Es geht Land und Stadt ausschließlich um eines: Dass der Verkehr ungestört fließt.“

Es geht bei dieser Baustelle inhaltlich – Zauberasphalt –  so wenig um das Wohlergehen der Bewohner der Stadt,   wie es auch bei der Baustelleneinrichtung nicht darum geht, wie die Anwohner damit leben können. Wer seine Baustellen so einrichtet, der baut auch nichts Gutes für die Menschen einer Stadt.

Es gehen Land und der Stadt ausschließlich um eines: Dass der Verkehr ungestört fließt. Während  der Baustelle und danach auch.

Dass durch diese Baustelleneinrichtung die Bewohner massiv gefährdet und und in ihrem täglichen Leben zutiefst behindert werden, wurde der Stadt Stuttgart und der Polizei kurz nach Einrichtung der Baustelle mitgeteilt. Rad-Aktive , die BI Neckartor  und FUSS e.V. Stuttgart haben mit Schreiben an die Stadt darum gebeten, die geschilderten Missstände zu beheben bzw. abzumildern.

Andere Blogs haben früh berichtet:

Beitrag auf der Seite der BI Neckartor „Alles fürs Auto“,

Beitrag auf Christine Lehmans Blog zur sehr speziellen Radumleitung

Antwort von Verantwortlichen hat von uns niemand bekommen. Geändert wurde nichts.

5 Tage danach: Für Fußgänger fehlen bis jetzt Hinweisschilder, die Ampeln bleiben aus, obwohl im stehenden Verkehr durchaus Fußgänger hätten sicher queren können.

„Diese Stadt klammert sich an die Vergangenheit: Freie Fahrt für freie Bürger bis zuletzt“

Der Spuk soll am Mittwoch vorbei sein. Aber diese Stadt hat gezeigt, worum es ihr geht: Sie will Autostadt bleiben. Eine Verkehrswende wird es mit den momentan Verantwortlichen in Stadt und Land nicht geben.

Diese Stadt klammert sich an die Vergangenheit: Freie Fahrt für freie Bürger bis zuletzt. Lebenswerte Stadt, Klimawandel? Kein Thema.

Irgendwann wird Stuttgart – so sich nichts ändert in der Politik – das letzte Einhorn der Autofahrer sein, ein Reservat für Automobilisten, vielleicht mit Rennbahn. Denn die andern, die, die stören beim Autofahren, werden längst das Weite gesucht haben.

Ob die Stadt aber auf die richtige Karte setzt mit ihrer jetzigen Politik?

Zum Trost ein Filmchen, da zeigt, wie gut es sich in Städten leben lässt, wenn sie vom Menschen her gedacht werden. Viele Städte haben sich schon auf den Weg gemacht. Stuttgart gehört nicht dazu.

Spanien: Pontevedra – ein Paradies für Fußgänger

 

Verpackte Falschparker und Tüte Gemischtes

Da gehts wohl noch mehr Leuten in der Stadt wie mir :-). Eine besonders schöne Aktion in der Nacht vom 18. auf den 19.12.2017 im Stuttgarter Süden, begleitet von einer herausragenden Pressearbeit – Glückwunsch, liebe KollegInnen!

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Anwohner verpackten aus Protest falsch parkende Autos in Stuttgart – mit einer eindeutigen Botschaft.

Die Botschaften richten sich mit dem Text: „Kannste so parken, ist dann halt Scheiße“ an FalschparkerInnen, die zu Fuß Gehenden und Rad Fahrenden in rücksichtsloser Weise das Leben schwer machen. Wie immer trifft ein solches Verhalten immer die gleichen besonders hart: Kinder, Bewegungs- und Seheingeschränkte, Leute mit Rollis, Koffern etc..

Die Meldung ging geradezu um die Welt. Für mich ein Zeichen, dass sich die Probleme ähneln in den Städten, und das die Zeit reif ist für eine Neuverteilung des öffentlichen Raums. Vor dem Hintergrund von Luftverschmutzung und Dauerstau in Städten schon lange überfällig.

Eine bisherige Reaktion der Stadt Stuttgart durch ihren Sprecher auf Twitter:

„Der Kessel bietet wenig Platz für Autos….“

Was bitte schön, hat die Kessellage mit der Tatsache der zu vielen Autos zu tun? Läge Stuttgart nicht im Kessel würde wie durch ein Wunder der Parkraum ausreichen?

Weiter:

„…..Daher hat die Stadt das Parkraummanagement eingeführt. Die Abschaffung des kostenlosen Parkens hat die Situation in der Innenstadt gerade tagsüber erheblich entspannt“

Ach ja?

Nun. Ich bin hauptsächlich tagsüber in der Stadt unterwegs. Alltag sind die folgenden Situationen. Anmerkung vorweg: ich lichte nicht alles  ab, was mir begegnet – täte ich es, käme ich nie pünktlich dahin, wohin ich unterwegs bin.

Noch eine Bemerkung zu Herrn Matis‘ Statement:

Wenn die KollegInnen, die in der Stadt Strafzettel verteilen, ausreichen würden, dürfte es Bilder wie die folgenden nicht geben. Die noch einzustellenden KollegInnen, die auch abschleppen lassen können, werden übrigens nicht von alleine tätig werden. Sie müssen – von wem? – gerufen werden. Tja.

Aber nun, lass Bilder sprechen. Meine Bilder entstehen übrigens überwiegend in Stuttgart Mitte und Ost. Da kann man StrafzettelelschreiberInnen mit der Lupe suchen:

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Besondere Highlights sind für mich, wenn Stadt und Land zeigen, wie wurscht ihr die Zu Fuß Gehenden sind:

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Hinter dem Wagen versteckt sich der Gehweg: auch so schon blöd genug

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Mein absoluter Liebling, in immer wieder neuen Variationen:

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Justizfahrzeuge vor dem Gericht in der Olgastraße – auch der Behindertenparkplatz wird hemmungslos integriert

 

Und der war einfach nur lustig – wenn auch im Weg:

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Motorräder, die StVO und das Parken auf Gehwegen

Motorräder, Mofas, Roller etc. sind Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung danach besteht zum Schutz der Gehwegbenutzer ein Verbot des Gehwegparkens. 

Die Straßenverkehrordnung enthält mystischerweise zwar keinen expliziten Paragraphen à la „Das Parken auf Gehwegen ist verboten“, aber indirekt ist es da, das Verbot:

§ 12 (4) StVO : „Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen…“ Also nicht die Gehwege

§ 12 (4a) StVO: „Ist das Parken auf dem Gehweg erlaubt, so ist hierzu nur der rechte Gehweg, in Einbahnstraßen der rechte oder linke Gehweg zu benutzen.“ Also ist es generell auf Gehwegen verboten

§ 2 (1) StVO: „Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen,…“ nicht die Gehwege

(Quelle: StVO )

Ausnahmen sind durch das Zeichen 315 oder durch Parkflächenmarkierungen gekennzeichnet.

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Langer Vor-Rede kurzer Sinn: ist nichts anderes ausgewiesen, darf NICHT auf dem Gehweg geparkt werden. Korrekterweise werden Motorräder so geparkt:

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korrekt nach StVO geparkt

oder so

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auch korrekt geparkte

Mitmenschen, die ihre Zweiräder wie oben gezeigt abstellen, sind meiner Erfahrung nach absolute Ausnahmen, die Realität sieht so aus:

oder so

oder so

 

Kommen dann noch illegal auf dem Gehweg geparkte PKWs hinzu, wirds richtig eng:

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Oft gibt es ausgewiesene Parkflächen für motorisierte Zweiräder, die eskalieren, ohne, dass es das Ordnungsamt oder gar die Polizei interessieren würden:

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Im Vordergrund legale Parkfläche – im Hintergrund der Wildwuchs
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Wilder Parkplatz in Lauflinie für Fußgänger

Wenn der/die Zu-Fuß-Gehende  Pech hat gesellen, sich auch hier zu den illegal geparkten Zweirädern illegal geparkte PKW:

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Hinter dem schwarzen PKW verbirgt sich der Gehweg, der auch noch durch Querparken eingeengt ist:

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Das Ordnungsamt verfährt auch bei diesem Thema nach dem Motto: wenn sich die oft massiv behinderten FußgängerInnen, RollstuhlfahrerInnen, Menschen mit Kinderwagen, Gepäck etc., nicht massenhaft beschweren, werden sämtliche Augen zugedrückt. Aber wer kann und will sich schon ständig beschweren müssen? Das ist nervenaufreibend, kostet Zeit, und beliebt macht man sich damit auch nicht.

Daher fordert FUSS e.V. zurecht die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung – eigentlich selbstverständlich sollte man meinen.

Querparken und Kinder

Ständig gehe ich am kleinen Spielplatz Ecke Schützen-/Werastraße vorbei und erst vor einigen Monaten dämmerte mir: Was für ein Wahnsinn!….zusätzlich zu der Verkleinerung des Gehwegs:

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Rechts ein in den wärmeren Monaten und besonders Abends gut besuchter Spielplatz für ganz Kleine….
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….links die Querparker, die gerne so einparken, dass sie vorwärts wieder rauskommen….

Nicht nur, dass besonders die Rückwärtsein- und -ausparker ihre Abgase den Fußgängern zumuten, nein, ganz besonders betroffen sind nachmittags und am frühen Abend die kleinen Kinder, die hier gerne und viel mit ihrem Eltern den Tag ausklingen lassen.

In etwas abgeschwächter Form – weil der Abstand etwas größer ist – gibts die Situation auch hier:

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Querparken vor der Ostheimer Grundschule – links hinter der Mauer befindet sich der Schulhof der Schule

Der  Gehweg ist nach Schulschluss voll mit Schülern, um diese Zeit ist naturgemäß das Ein- und Ausparken besonders rege.

Es wird  Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, das Querparken  grundsätzlich eine gesundheitliche Zumutung für alle betroffen FußgängerInnen ist – aber da wo es Kinder direkt betrifft, ist es eigentlich….unglaublich!

Photosammlung

Mal wieder Zeit, eine Portion Gemischtes zu veröffentlich. Die Freude am Gehen in der Stadt sinkt proportional mit dem Rundrum-Bedrängstein durch parkende PKW, die einem selbst auf dem Gehweg – also dem Raum, den der/die Fußgängerin nutzen muss und auf dem er/sie sich sicher fühlen sollte – keinen Raum gönnen. Selbst wenn die PKW nicht auf dem Gehweg stehen, lassen sie in Stuttgart keinen Raum für sicheres Queren, schließen Sichtbeziehungen….

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Um die Ecke parken und Zebrastreifen, an dem man garantiert keine Schulkinder sieht – Zebrastreifen ist Teil des „sicheren Schulwegs“, Werastraße/Schubartstraße
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Ecke Wera-/Landhaus-/Friedenstr. , hier parkt selten jemand legal – auch hier veräuft ein „Sicherer Schulweg“

 

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Der Teckplatz, ein rundum geschlossenes System

 

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Teckplatz II
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Ecke Wera-/Schubartstraße, alle stehen auf dem Gehweg
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Um die Ecke gehts weiter – wo kommt eigentlich die blaue Plakette her?
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Immer wieder schön: die Urbanstraße I
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Urbanstraße II
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Hier tun zu den illegalen Gehwegparkern die Schilder des Döner den Rest
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Da geht man doch gerne!

 

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Da fällt einem nicht viel zu ein….der stand nicht mal „nur kurz“ da ….

Quatsch namens Quer- und Hinkendes Parken

Obwohl den PKWs bereits der größte Teil des Kuchens „Öffentlicher Raum“ zugesprochen wird, scheint es nicht zu genügen. Seit Jahrzehnten  werden unwidersprochen immer wieder große Teile der Gehwege zu Parkflächen teilzurückgebaut. An selbst gesetzte  Mindeststandards was die Mindestbreite von Gehwegen angeht, hält sich die Stadt Stuttgart dabei nicht:

Verkehrsentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Stuttgart – VEK 2030

Fußverkehr ab Seite 113, das Thema Gehwegbreiten auf Seite 118, Zitat:

Die Funktion eines Gehwegs sollte sich in seiner Breite widerspiegeln. Gehwege sollten generell genug Platz bieten, dass zwei Personen bequem nebeneinander gehen oder sich begegnen können, auch wenn sie übliche Dinge wie Einkaufstaschen oder Regenschirme mit sich führen. Das entspricht in der Regel einer Breite von 2,50 m, was einem einbaufreien und nutzbaren Gehweg von 1,80 m Breite entspricht. Vielfach ist jedoch eine deutlich größere Gehwegbreite zweckmäßig. Die Stadt Stuttgart nimmt in der Planung als Regelmaß eine Breite von 2,50 m und grundsätzlich eine Mindestbreite von 2 m an. Bei intensiver Seitenraumnutzung gelten 3,50 m und bei stark belasteten Vorbehaltsstraßen eine Breite von 4,50 m als Orientierung. Bei den genannten Maßen handelt es sich um Nettobreiten. Der Flächenbedarf für Einengungen, wie z.B. Schaltkästen, Masten oder Bäume muss hinzugerechnet werden. Für diese Sondernutzungen ist eine gute Gliederung der Seitenräume sinnvoll. Das heißt, Abfalleimer, Lichtmasten, Trafohäuschen oder Bänke gehören nicht in die direkte Gehrichtung des Fußgängers.
So viel zum Anspruch, jetzt zur Realität. Bei den folgenden Bildern handelt es sich zwar um legales Parken, es wirkt sich aber dennoch massiv negativ auf die Qualität der Gehwege aus.

Das VEK stammt aus dem Jahr 2011. Nicht nur, dass die Stadt Stuttgart seither wenig bis nichts getan hat, um „alte“ Gehwege den eigenen Ansprüchen entsprechend umzugestalten, sie hat seither auch noch neue enge Gehwege mit „hinkendem Parken“ und Querparken  geschaffen, siehe Landhausstraße  aus der Stadt kommend  kurz vor der Ostheimer Grundschule (Bild folgt). Eins von vielen Beispielen.

Wem gehört der öffentliche Raum? – Der Schützenplatz

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Es gibt Plätze, da kommen einem die Tränen, wenn man sieht, wozu sie genutzt werden. Der Schützenplatz ist einer von diesen Plätzen.

Der Schützenplatz von oben

Beim Grundriss des Platzes kann man ins Träumen kommen: ein Brunnen in der Mitte mit Bäumen, Bänke drum herum, kleine Gastronomie, eine Bocciabahn und und und.

Und wie wird dieser Platz genutzt? Ausschließlich als Parklatz. Fußgänger, Radfahrer, spielende Kinder, Nachbarn, die sich treffen wollen, sind hier nicht vorgesehen. Egal, von welcher Seite aus man den Platz betritt, ihn überqueren möchte: man rennt in parkenden Autos oder Motorräder:

 

 

Der Platz soll bald umgestaltet werden. Dabei ist es wichtig, drauf zu achten, dass der öffentliche Raum nicht weiterhin nur einem Teil der Bevölkerung zur Verfügung gestellt wird: dem motorisierten Individualverkehr und seinem Parkplatzbedarf.