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In Stuttgart kommen die Belange der Zu-Fuß-Gehenden zu kurz. Ich meine  Berufs- und Alltagsfußgänger, die meiner Beobachtung nach erfreulicherweise immer mehr werden. Menschen, die ihre täglichen Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, in die Schule, zur Uni etc. zu Fuß bewältigen, die sicher und zügig von A nach B kommen wollen. Die dies tun, weil sie sich bewegen wollen, weil sie kein Auto nutzen wollen, weil sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen, weil man beim Gehen die Gedanken laufen lassen kann,  weil zu Fuß gehen unheimlich Spaß machen kann, weils sogar oft schneller geht, als mit dem Auto – das Thema Parkplatzsuche fällt ja zu Glück weg –  und, und, und …. Das Thema Fahrrad fahren ist in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, das Zu-Fuß-Gehen bisher nicht.

Es gibt seit kurzem das Verkehrsentwicklungskonzept 2030 der Stadt Stuttgart – heißt die Zahl, dass man sich rund 15 Jahre Zeit lassen will für Verbesserungen!? -, in dem auch die Fußgänger ganz prima berücksichtigt werden sollen.

Dabei würde es im ersten Schritt durchaus genügen, wenn sich alle VerkehrsteilnehmerInnen an die Straßenverkehrsordnung halten würden – und wenn dies von Ordnungshütern und Strafzettelschreibern auch überwacht werden würde, wäre das schon mehr als die halbe Miete. Denn Gehwege sind selten das ureigene und ausschließliche Terrain der Fußgänger.

Die Themen „Saubere Luft“ und „Öffentlicher Raum“ gehören auch dringend mitbedacht, will man erreichen, dass sich in einer Stadt Menschen gerne zu Fuß bewegen. Ist die Atemluft die meiste Zeit des Winters einfach schlecht, dann macht das Zu-Fuß-Gehen keinen Spaß und es wachsen die Zweifel darüber, ob man sich etwas Gutes tut mit dem Gehen.

Ist man beim Gehen immer nur umgeben, geradezu eingekesselt, von parkenden – oft unbehelligt falsch parkenden – Karrosseriebergen , dann vergeht einem auch die Freude an der Bewegung, man fühlt sich von allen Seiten bedrängt.

Im Oktober 2016 hat sich in Stuttgart die FUSS e.V. Gruppe Stuttgart gegründet, die auf dieser Seite eine Rubrik bekommen hat. FUSS e.V. ist der einzige Verein bundesweit, der sich als Lobbyverein ausschließlich für FußgängerInnen und deren Belange einsetzt.

Auf dieser Webseite nehme ich die Perspektive von Zu-Fuß-Gehenden ein. Was man als Fußgängerin auf Gehwegen, an Kreuzungen, an Zebrastreifen, Ampeln um Straßenecken herum für Hindernisse überwinden muss, wird auf dieser Seite photographisch dokumentiert. Mit Hilfe dieser dokumentierten Perspektive soll auch immer wieder an die Verantwortlichen der Stadt heran-  und für Veränderung eingetreten werden.

Es ist aber nicht alles schlecht am Zu-Fuß-Gehen in Stuttgart. Die Kategorie „Ist ja gar nicht so weit….“ soll zum Umdenken anregen, zum Umdenken bei denen, die bisher nicht denken können, dass man Wege bis zu 3 km ganz locker – ja, ein bisschen Übung und gutes Schuhwerk brauchts dabei 😉 – und mit Freude zu Fuß zurücklegen kann  – und dass man dabei seine Stadt kennen lernen kann. Am Ende einer solchen Weges – im Idealfall auch wieder zurück zu Fuß  – hat man das gutes Gefühl, sich bewegt zu haben – und das ganz sprichwörtlich „en passent“. Schließlich soll der Mensch ja 10. 000 Schritte am Tag zurücklegen….

 

 

 

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